Versuch einer groben Typisierung einiger Schnittprogrammen
Hi,
das ist hier ausdrücklich KEINE Expertenmeinung, sondern der Aufruf zu einer konstruktiven Kritik, Ergänzung, Relativierung meiner persönlichen und unvollständigen Erkenntnisse über ein paar Schnittprogramme. Ich habe bisher mit keinem dieser Programme produktiv gearbeitet, sondern lediglich Handbücher, Demos, Testversionen, Produktdarstellungen, Kommentare etc im Internet bemüht. Da es mir aber nicht möglich ist, der Reihe nach alle diese Programme seriös durchzutesten und ich bisher auch keine aktuellen und vergleichenden Erfahrungsberichte gefunden habe, versuche ich es einmal so:
Meine Anforderungen: Urlaubs-, Family-, Ausflugsvideos halbwegs anspruchsvoll bearbeiten, gute Gestaltungsmöglichkeiten, guten mehrspurigen Ton, gutes 16:9, "zaubereffekte" brauche ich nicht, kein HD, keine Schnittkarte,
Adobe Premiere Elements:
Typischer Einsatz: Einfaches und rasches "Säubern" eines Urlaubs-, Family-videos von 60 Min Material auf 40 Min Video mit Titel und einfachen Effekten mit 2 Stunden PC-arbeit plus Brennen.
Stärken: einfach, intuitiv, stabil
Ulead Video Studio:
Typischer Einsatz: Einfaches Schneiden eines Urlaubs-, Family, Party-videos von 60 Min Material auf 30 Min Video mit Titel , überraschenden lustigen hochautomatisierten Effekten und Begleitmusik mit 3 Stunden PC-arbeit plus Brennen. "Toll, was man heute schon alles selber machen kann"
Stärken: einfach, intuitiv, sehr gute Qualität, einige (lustige) überraschende Spezialeffekte, effiziente Werkzeuge für den "easy-mode" wie Direktüberspielung DV auf DVD usw.
Sonstiges: Analyse notwenig, welche Addons, Zusätze, etc wirklich hilfreich sind.
Pinnacle Studio:
Typischer Einsatz: sehr breit: Vom Urlaubs-, Family, Party-video bis zum "5min-Video" mit Titel, Nachspann, Nachvertonung etc
Stärken: interessantes Leistungsspektrum, hohe Verbreitung, durch unterschiedliche Bundles (DV, DV/AV, Box, karte, etc) als "all-in-one" entsprechend den Bedürfnissen kaufbar.
Sonstiges: Stabilität dürfte immer wieder ein Thema werden, vor allem über die Jahre hinweg
Magix Video:
Typischer Einsatz: sehr breit: Vom Urlaubs-, Family, Party-video bis zum "10 min-Video" mit Titel, Nachspann, Nachvertonung etc. Aus 120 min Material zu einem 40 min Video in 3 Abenden
Stärken: sehr solide! Breites, interessantes Leistungsspektrum, relativ viele Einstellungsmöglichkeiten, grundlegende Effekte, sehr vielfältige und einfache Möglichkeiten für Ton, Titel und Formate.
Sonstiges: Wirkt insgesamt ein wenig antiquiert, eher einfache Effekte, schneidet in der Bildqualität sehr unterschiedlich ab.
Adobe Pemiere Pro 1.5:
Typischer Einsatz: Vom engagierten Hobbyfilmer bis zum Video Amateur. Aus 240 min Material macht der Videoklub in 4 Wochen einen 15 min Film. Urlaubsfilme: ja, wenn er auch als Werbevideo für die Region eingesetzt werden soll.
Stärken: Schaut recht vollständig aus. Modernes, technisches Konzept. Jedes Format, jede Korrektur, fast alles ist im Detail einstellbar, umfassende Werkzeuge zur kreativen Erarbeitung von komplexen Effekten, tolle Einbindung von anderen Semi-professionellen Werkzeugen. Whou!
Sonstiges: voll HD - tauglich, echte Schnittkarte wärmstens empfohlen, ist deutlich eine andere Klasse (nicht nur im Preis)
Im Detail gibt es dann zwischen den Produkten noch eine Reihe von relevanten Unterschieden bei 16:9, AddOns, Zusatz-Effekten und Tools die es ergänzen oder auch benötigt werden und den Möglichkeiten zum Brennen oder die optimale Nutzung der Hardware.
Insgesamt bin ich jetzt ein wenig ratlos (sonst hätte ich auch kaum diesen thread gestartet) :? :?.
Eigentlich glaube ich, dass Pinnacle Studio und Magix für mich reichen sollte, den Pinnacle Stabilitätstango möchte ich aber nicht weitertanzen (siehe dieses Forum).
Magix hat die passende Funktionalität, ist aber ein wenig sperrig und der Arbeitsplatz gefällt mir nicht besonders ("hausgebacken"), weiters verunsichern mich die Tests bei magix punkto Bildqualität (Treppenbildung, linearität, Farbeffekte).
Premiere Pro 1.5 finde ich ganz toll (modern, exakt, vielfältig, etc ausser der Preis) aber die Komplexität erschlägt mich schon im Trockentraining. Für die zeitnahe Bearbeitung des Urlaubsvideos, scheint das nix zu sein, den ersten Abend je Vidoe verbrauche ich wahrscheinlich mit dem Finden der richtigen Pre-Sets für den DV-Import. Weiters habe ich das Gefühl, dass es ohne echte Schnittkarte nur das halbe Vergnügen wird, weil jeder PC in die Knie geht (jedenfalls mein Pentium/3 Ghz/1 GB), sobald man auch nur einen Effekt angreift oder in einer Szene die Belichtung optimiert.
:\ Deckt sich das mit euren Einschätzungen / Erfahrungen?
:\ Habe ich was wesentliches übersehen / falsch eingeschätzt?
Bin auf eure kritischen Kommentare gespannt
Gerald65
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