Viel Spass beim lesen ... ist viel geworden *g
ok ... ein guter miniDV Camcorder ist dann schon mal Pflicht. Um den Kinolook zu bekommen müsste der 24
Vollbilder aufnehmen können und echtes 16:9 unterstützen. Normalerweise werden bei Camcordern Halbbilder
aufgenommen - 50 an der Zahl. Dann bräuchtest du noch einen 35mm Objektivadapter, um die Tiefenschärfe
eines digitalen Camcorders zu verkleinern, denn sonst wäre z.B. das verlagern des Fokus nicht wirklich möglich,
was im Kinofilm ja gerne benutzt wird um den Blick des Zuschauers zu lenken. Was du beim Filmen beachten
musst, ist eine gute Ausleuchtung, denn gerade damit wird im professionellen Filmbereich sehr viel gearbeitet.
Auch der Ton muss stimmen, was bedeutet, dass du ein paar Zusatzmikros brauchst.
Camcorder:
Ziemlich gut wäre eine Canon XL2 oder eine Sony VX2100, eine Canon XM2 ist aber sicherlich auch keine
schlechte Wahl. Wie oben schon erwähnt sollten aber echte 16:9 sowie ein progressive Mode (also Vollbilder)
dabei sein. Zumindest in Sachen 16:9 muss die XM2 aber passen. In der 16:9 Riege kommt nichts an die Canon
XL2 an ... zumindest hab ich von keiner gehört. Wenn die Kamera kein 16:9 beherrscht könnte man über eine
anamorphe Vorsatzlinse nachdenken.
35mm:
Da die CCD Chips so extrem klein sind, werden auch die Brennweiten stark verkürzt. Das Problem ist, dass die
Tiefenschärfe abhängig von der Brennweite ist und je kleiner die Brennweite, desto größer die Tiefenschärfe. Du
wirst das evtl von normalen Bildern kennen. Mit einer analgoen Spiegelreflex Kamera wird die Tiefenschärfe vor
allem im Zoom sehr klein ausfallen. Bei Digitalkameras hingegen wird viel mehr scharf dargestellt. Es gibt
mehrere Möglichkeiten, um die Tiefenschärfe zu verringern. Entweder du entfernst dich von deinem Objekt und
zoomst ran (Was aber nicht soo viel bringt. Deutliche Schärfenverlagerungen sind schwer so zu realisieren), oder
du nimmst einen 35mm Adapter. Da gibt es nun mehrere (unterschiedlich teure) Wege. Wenn du eine analoge
Spiegelreflexkamera zur Hand hast, dann kannst du diese dazu umfunktionieren. Du setzt deinen Camcorder
einfach hinter den Sucher (Der keine Markierungen auf der Mattscheibe haben sollte!) und schaust dann einfach
durch die analoge Kamera durch. Das ist an sich eine günstige Möglichkeit, die auch relativ gute Ergebnisse
bringen kann (Es wurde so schon ein Film als Diplomarbeit gedreht). Wenn man das sorgfältig macht geht das auf
diese Weise, allerdings könnte es sein, dass du auf diese Weise mehr Licht verschenkst, als mit einem reinen
35mm Adapter. Obendrein ist diese Konstruktion etwas unhandlicher und auch deutlich schwerer. Ansonsten gibt
es einige 35mm Adapter in den unterschiedlichsten Preisklassen. Der den meisten bekannten und auch der wohl
professionelste ist wohl der von P+S (
http://www.pstechnik.de ) allerdings sind das auch gleichzeitig die teuersten,
denn die kleine Variante (Mini35) kostet allein schon 4000 bis 5000 Euro. Den VDF35 bzw. 16 kannst du von der
Liste streichen, denn bei dem gibt es Markierungen auf der Mattscheibe und diehnt daher wirklich nur als
Viewfinder um an Hand der Markierungen das Bild einschätzen zu können. Die Große Variante kostet, wenn ich
mich recht erinnere rund 9000 Euro. Aus Amerika gibt es aber zwei relativ günstige Alternativen, die sich jedoch
auch prinzipiell von den P+S Adaptern unterscheiden, denn bei P+S oszilliert die Mattscheibe, auf die das Bild über
das 35mm Objektiv projiziert wird, damit die Körnung der Milchglasscheibe nicht aufgenommen wird. Würde sie
rotieren, dann hätte man unter Umständen Schlieren im Bild. Die beiden amerikanischen kleinen Brüder haben
eine feste Mattscheibe, sodass eine gewisse Körnung bei manchen Szenen sichtbar wird. Ob einen das stört
muss man selbst entscheiden. Ein großer Unterschied ist aber vorallem, dass das Bild nur bei P+S entspiegelt
wird, denn logischerweise wird das Bild über beide Achsen gespiegelt aufgenommen, wenn man es von hinten
abfilmt. Allerdings kann man in der Postproduction das ganze Bild einfach entspiegeln, problematisch könnte es
nur beim Filmen selber sein, sodass man da tricksen muss. Die beiden Alternativen sind einmal der Micro35 (
http://www.redrockmicro.com/ - 500$ für den nackten Adapter) und der Guerillia35 (
http://www.guerilla35.com/ -
~800$ ). Letzterer ist aber meines Wissens nach noch nicht in Serienproduktion. Es gibt noch den/die sog.
MovieTube (
http://www.movietube.com/ ), wobei die Seite schon sehr alt ist und ich noch nichts neues darüber
gehört hab. Es gibt auch Leute, die versuchen bzw. versucht haben, das ganze selber zu bauen, allerdings muss
man da schon sehr geschickt sein, und das Entspiegeln dürfte schwierig sein, denn so ein optischer Strahlengang
ist empfindlich.
Ausleuchtung:
Dir muss klar sein, dass das Kontrastspektrum bei miniDV Camcordern deutlich eingeschränkt ist im Gegensatz
zum analogen Film. Das bedeutet, dass du viel schneller Konturen mit zu viel Licht bzw. zu wenig Licht
verschwinden lässt, worunter dein Bild leiden kann. Du musst also versuchen, nicht zu harte Kontraste
einzubauen, sofern es nicht absichtlich als Stilmittel geschieht. Zumindest das Headlight/Augenlicht ist Pflicht,
denn sonst bekommst du unter Umständen Schatten im Gesicht deines Motivs. Natürlich kann man auch stark von
der Norm abweichen, aber sowas muss eine Ausnahme sein und der Regisseur bzw. DoP muss sich darüber im
klaren sein, was er damit bewirkt, bzw. bewirken will. Im allgemeinen gibt es: Augenlicht, Szenenlicht, Kantenlicht
und Spitzlicht. Das spielen mit dem Licht ist sehr wichtig, um Atmosphäre zu erzeugen. Aufpassen musst du, dass
du nicht unterschiedliche Lichtarten mischst, denn Kunstlicht und Tageslicht unterscheidet sich im Farbspektrum
des Lichts. Baustrahler sind ziemlich ungeeignet, weil sie zu heiss werden und nur schlecht einstellbar sind. Sie
sind eine Brandgefahr an jedem Set. Es müssen nicht immer die sündhaft teuren Filmstrahler von Arri & Co sein.
Selbst Osram hat meines Wissens nach Tageslicht Halogenleuchten im Sortiment, die bei richtigem Gebrauch für
Amateurfilmer absolut ausreichen und dabei noch halbwegs erschwinglich sind. Such einfach mal im Forum, dann
wirst du zu dem Tehme und den Lichttemperaturen sicher was finden. Wenn du draußen filmst, dann ist
Sonnenlicht eigentlich am ungünstigsten, denn es wirft viel zu viele Schatten. Viel besser wäre ein leicht
zugezogener Wolkenhimmel. Um eventuelle Schatten auszumerzen benutzt man Aufheller. Das sind entweder
weiße/cremefarbene Tücher oder metallische Reflektoren. Letztere können Amateurschauspieler aber schnell
irritieren. Als Reflektor kann man vieles benutzen: große Styorporflächen, mit Alufolie bespannte Flächen, helle
Stoffe, etc.