Hallo zusammen,
ich lese schon seit 1,5 Jahren fleißig mit und bedanke mich für die vielen Infos. Jetzt möchte auch ich meine Erfahrungen weitergeben: Es wird wie immer viel gefragt, welche Kamera man kaufen soll, welches Schnittprogramm am Besten dazu passt, welches Ausgabeformat am Sinnvollsten ist. Ich möchte euch meine Lösung von A bis Z mitteilen. Sicher, sie ist nicht für jeden die richtige, und deswegen hoffe ich, daß ihr nicht über mich herfallt.
1. Anspruch
Ich filme z.B. auf Hochzeiten, im Urlaub, auf Partys, Konzerten oder wenn ich z.B. eine Mini-Doku über unsere Steppenlemminge drehen möchte. Also nur für den Privatgebrauch, als Hobby.
Was muß meine also Kamera können? Akkulaufzeit praxistauglich (meine alte Sanyo Xacti HD1 war immer zur falschen Zeit leer), möglichst portabel, sehenswertes Bild auch in schlecht beleuchteten Räumen / Dämmerung, gute Fotofunktion (mit Fotoblitz), “hart im Nehmen” (also am Besten Speicherung auf SD-Karte), eingängige Bedienung, Videos im Progressive-Modus (möchte mich nicht mit Deinterlacing, Streifen beim Rendern etc. herumärgern)
2. Kameramodell
Da ich bereits die Xacti HD1 besaß, die zwar bei gutem Licht schöne Außenaufnahmen machte (die Auflösung war auf keinen Fall HD-gemäß, aber bei Herunterrechnen auf 720x400 Pixel sehr schön), und die HD1a und HD2 offensichtlich mäßige Aufgüsse mit alter Technik waren, stand ich der HD1000 skeptisch gegenüber. Ich habe ihr trotzdem eine Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht (alle Bewertungen sind mein subjektiver Hobby-Eindruck):
Akkulaufzeit: Akku hat auf Silvesterparty gereicht für 140 Blitz-Fotos, ca. 40 min 720p-30B/s-Aufnahme, Kamera den ganzen Abend und die Nacht hindurch in Standby, Betrachten aller Fotos und Videos am nächsten Tag auf dem Display, und danach immer noch etwas Reserve.
Exzellenter Ton: auf dem Antenne Bayern Party Piste Open-Air klarer Ton, Moderatoren und Musik sehr gut verständlich, nicht übersteuert
Schwachlicht-Eigenschaften: z.B. in düsterer Kneipen-Atmosphäre ordentliche Videos; Videos werden so aufgezeichnet wie man sie auch in echt sieht (selbst OHNE daß man in den Lowlight-Modus mit 15 B/s geht). Feuerwerks-Aufnahmen von Silvester sehen bombastisch aus und sind scharf (mit Autofokus, NICHT mit manuellem Fokus).
Videos haben eine erstklassige Qualität: sehr natürliche Farbwiedergabe, keine ausgefransten Kanten mehr wie bei der HD1, 720p-Modus mit 60 B/s hervorragend für schnellbewegende Motive, sehr gute Schärfe und geringes Bildrauschen (siehe dazu
VIDEOAKTIV DIGITAL - die Zeitschrift f und vergleiche mit HD1a
VIDEOAKTIV DIGITAL - die Zeitschrift f oder Panasonic SD5
VIDEOAKTIV DIGITAL - die Zeitschrift f ). Die Stabilität des Autofokus ist bis Tageslicht in Räumen hervorragend, bis Kneipen-Atmosphäre brauchbar, und darunter sollte man den Fokus-Lock einsetzen oder manuell die Entfernung bestimmen.
Fotofunktion gut (auch wg. der manuellen Einstellmöglichkeiten von Blende, Bel.zeit, etc.), aber die Auflösung von „nur“ 4 MP merkt man schon. Sicher, die 10-MP-und-mehr-Monster haben auch nichts mit Qualität zu tun, aber 5 oder 6 MP wären noch einen Tick besser. Trotzdem sehen die Bilder formatfüllend auf meinem Samsung 206BW 20“ LCD sehr gut aus (die 1:1 Ansicht offenbart dann die Schwächen). Der Blitz ist ordentlich, er reicht bei WW gute 5 Meter weit („reichen“ heißt, das Bild ist noch schön ausgeleuchtet).
Brauchbarer Bildstabi bis 5x Zoom (leider nur elektronisch). Ab 5x Zoom funktioniert er zwar auch, solange man die Kamera konzentriert ruhig hält, jedoch quittiert er Schwenks oder „Zitterhände“ mit starken Rucklern.
Grandioser Standby-Modus, wenn man nur den Bildschirm schließt anstelle die Power-Taste zu drücken: verursacht nahezu keinen Stromverbrauch, aber Kamera nach nicht einmal 0,5 Sek einsatzbereit (da man nur den Bildschirm öffnen muß).
Wer speziellere Fragen hat, immer raus damit.
3. Weiterverarbeitung
Mit Pinnacle Studio 10 Plus bearbeitete ich die Dateien der HD1. Die H264-Dateien der HD1000 kann man in Pinnacle nicht importieren (selbst im 720p-Modus). Zudem stürzt es häufig ab. Mangels Alternativen kaufte ich Pinnacle Studio 11 Ultimate. Das Programm läuft sehr stabil, die neuen Alpha-Blending-Übergänge sind unaufdringlich und sinnvoll (im Gegensatz zu den nach wie vor enthaltenen 3D-Übergängen), die Bearbeitung geht auch mit 2 Spuren flott, die Vorschau für z.B. einen Übergang läuft selbst ohne Hintergrund-Renderen flüssig, Farbkorrekturen der Videos machen die Vorschau nicht langsamer, ausgefallene (überflüssige) Effekte zwingen den Rechner in die Knie (man muß das Hintergrund-Rendern abwarten). Direkt importieren lassen sich auch in Studio 11 Ultimate nur 720p-Dateien (die meiner Meinung völlig ausreichend sind, da Vollbilder), direkter 1080i-Import ist nicht möglich.
4. Ausgabe
Von (HD-)DVD halte ich nicht so viel, da ich die Videos entweder am PC ansehe (als DivX 1280x720p 30b/s 6000kbit) oder auf dem tragbaren Archos 604 (als DivX 720x400p 30b/s 3000kbit). Daher empfinde ich die 30 b/s sogar eher als Vorteil an (im Gegensatz zu 25b/s), da die Bewegungen etwas flüssiger sein sollten. Außerdem sind heutzutage fast alle Geräte PAL- UND NTSC-kompatibel und deswegen verstehe ich die Aufregung mancher Filmer nicht. Pinnacle Studio 11 Ultimate hat einen eingebauten DivX-6-Codec mit sinnvollen Presets, der auf Knopfdruck schöne Ergebnisse liefert. So hat man am Ende eine einzige kompakte, qualitativ dem Original in nichts nachstehende Datei, die man dann bei Bedarf z.B. auch auf eine DVD brennen und an Freunde weitergeben kann (alle gängigen DVD-Player können DivX, die künftigen viell. sogar DivX 1280x720). Sicher, es gibt andere (professionellere) Möglichkeiten. Der Vorteil meines Weges ist “alles aus einem Guß” (Bearbeitung ohne Zwischencodecs / konvertieren möglich), PC-Format DivX weit verbreitet, eine handliche AusgabeDATEI pro Projekt.
5. Hardware
Als Schnitt-PC verwende ich meinen Rechner vom Mai 2007:
sysProfile: ID: 32267 - Lupus.fx
Weniger sollte es nicht sein, da das gefühlte Arbeitstempo als flüssig zu bezeichnen ist, aber nicht weniger sein sollte.
Da ich es nicht für verwerflich halte, ein und denselben Text mehrmals zu verwenden, habe ich meinen Beitrag auch in anderen Foren eingefügt, um mehr Reaktionen zu erhalten.
Ich freue mich auf eure Kommentare / Verbesserungsvorschläge!
Mit freundlichen Grüßen Sebastian