AW: PD9 von 32 auf 64Bit
Bei der Belastung mit mehreren Clips, Spuren usw. wird man Unterschiede zwischen System mit unterschiedlichen Core-Zahlen sehen, weil die Prozesse bei mehr Cores dann auf mehreren Cores parallel laufen können. Die größere Datentiefe von 64 Bit greift da leider wenig, da die Video-Quelldaten und die gerenderten Daten nicht 64 Bit tief sind. Deshalb wird der eigentliche Prozess der Verarbeitung kaum davon profitieren. Was ev. schneller geht, ist der Datenaustausch mit dem RAM. Einen richtigen Performanceschub würde man erzielen, wenn man die Anwendung von Grund auf neu programmierte. Derart, daß die Videodaten die 64-Bit-Register vollständig belegen und auch die Berechnungen danach mit den Befehlen ausgeführt werden, die die ganze 64-Bit-Tiefe nutzen. Das ist aber kompliziert, weil dann ein 64Bit-Registerwert die Videodaten verschiedener Pixel gleichzeitig enthält, die aber bei der Verarbeitung unterschiedlich behandelt werden müssen. Das heißt, die Berechnungsalgorithmen müssen dann ganz anders aussehen, sie wären komplexer als vorher. Ich denke mal, daß bei PD9 das nicht gemacht wurde, sondern nur der Quellcode mit einem Compiler compiliert wurde, der 64-Bit-kompatiblen Code ausspuckt.
Bei Signalprozessoren wie denen in Camcordern, MP3-Playern usw. arbeitet man deshalb meist mit nur 16 oder 24 bit Tiefe, weil die Eingangs- und Ausgangsdaten so vorlieren und man die dadurch gewonnene Chipfläche besser und leichter zur Performancesteigerung einsetzen kann, als würde man mit unnötig tiefen Registern arbeiten. PC-CPUs sind halt leider keine idealen Signalprozessoren. Es fehlt an Parallelität: Es gibt halt keine 100 separaten Addierer und Multiplizieren, die parallel arbeiten können. Genau das haben aber die speziellen Signalprozessoren in Cams oder Mediaplayern. Man müsste ein PC-Motherboard entwickeln, das neben der eigentlichen CPU noch einen solchen speziellen Signalprozessor enthält. Die GPUs der Grafikkarten haben solche Eigenschaften, daher die CUDA-Idee, solche Berechnungen in der Graka ausführen zu lassen. Und deshalb bringt das auch mehr Performancegewinn als ein Wechsel zu 64Bit.
Fazit: Froh sein, daß es auf 64-Bit-CPUs gut läuft, vielleicht eine Idee besser, aber zumindest nicht schlechter.
Viele Grüße
Horst
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