Kamera-Achse
Um deinen Zuschauern Halt zu geben, klärst du mit einem so genannten
Establishing Shot, wo die Sequenz (Szene) sich abspielt. Der Blickwinkel ist dabei
objektiv (5) und der Bildausschnitt zeigt viel von der Umgebung, in der dein Held sich bewegt.
Später kannst du in die
Subjektive wechseln und die Welt aus Sicht des Helden betrachten.
Kommt dann ein Gegenspieler hinzu, springt die Kamera gern im
Schuss – Gegenschuss zwischen den Protagonisten hin und her:
der jeweils Andere wird dabei immer aus der Sicht des jeweils Einen gezeigt. Das ist einfach und effektvoll: du musst dabei aber zwingend die
Kamera-Achse beachten ..
siehe Grafik unten
Die Kamera darf beliebig zwischen den Positionen 1+2 hin und her wechseln und zwischendurch auch objektive Blickwinkel 5 (oder ähnliche) zeigen, so lange sie die Kamera-Achse nicht überschreitet:
sonst wäre die Illusion nämlich futsch, die Protagonisten stünden sich gegenüber: der Zuschauer ist verwirrt und frustriert.
Um mit der Kamera auf die andere (graue) Seite der Achse zu kommen, muss im Bild zu sehen sein:
a) wie die Kamera sie überquert (
Kamerafahrt), oder
b) einer der Protagonisten sie quasi aufhebt und neu definiert:
dazu reicht schon der Blick des Gefilmten, der sein Gegenüber – aus dessen Sicht ja gerade gedreht wird! - dabei beobachtet, wie der die Kamera-Achse übertritt.
Problematisch wäre, nach Schuss – Gegenschuss 1+2 einfach nur eine objektive Einstellung 5 dazwischen zu schneiden und dann sofort in die Subjektiven 3+4 der anderen Seite überzuwechseln: plötzlich stehen die Helden von ihren Blicken her genau anders herum - und der Zuschauer fühlt sich leicht sinnlos am Ohr durch die Gegend gezerrt
Der Versuch, den Schuss - Gegenschuss in die Positionen 1+4 oder 2+3 aufzulösen ist räumlicher Unsinn:
beim Filmschnitt erzielt man dann nämlich den Eindruck, die Helden stünden nebeneinander - und das vor unterschiedlichen Hintergründen ..