AW: HD Material auf DVD bringen
Die Ruckler können auch daher kommen, daß der abspielende PC mit der hohen Datenrate nicht klarkommt. Das muß nicht unbedingt an der CPU liegen, die ist dann vielleicht nicht mal 100% ausgelastet. Es kann am Datentransport innerhalb des Chipsets liegen, an der RAM-Anbindung, am Datenpfad zur Graka... da gibt es viele mögliche "Bremser". Gerade in Laptops, wo der Stromverbrauch minimiert wird. Der Stromverbrauch von CMOS-Schaltungen ist proportional zur Takt- und damit zur Datenrate.
Ein richtiges Schnittprogramm wirst Du anschaffen müssen. Du hast ja für die Kamera viel investiert, und es ist ja bekannt, daß eine Cam-Anschaffung auch gewisse Folgekosten nach sich zieht. Manche Leute geben für Schnittprogramme weit über 1000€ aus - das wirst Du wohl nicht brauchen. Aber eins der Programme knapp unter 100€ wird es sein müssen.
VirtualDub ist Freeware, hat viele Möglichkeiten, und braucht etwas Einarbeitung. Man sollte die Grundlagen digitaler Videos beherrschen. Also da fallen keine Kosten an. Der HuffYUV-Codec: Ebenfalls Freeware.
Was Du probieren kannst, um die Kosten zu minimieren: Du machst das Downscaling auf 720x576 mit VirtualDub, anhand der HuffYUV-Files, die vom Schnittprogramm kommen. Das Downscaling ist nämlich der Faktor, der die Qualität am meisten beeinflußt, und da kann man mit VirtualDub sehr viel herausholen. Die Videos sehen dann so aus, als wären sie mit eine SD-Cam gefilmt worden - wenn man die Parameter richtig setzt. Du hast dann eine DVD-Format-kompatible HuffYUV-File. Diese ziehst Du in Dein Schnittprogramm und renderst sie als MPEG2 für DVD. Das Schnittprogramm muß dann ja nicht mehr scalen, sondern nur noch nach MPEG2 encodieren.
Auf diese Art sparts Du die Anschaffung eines separaten MPEG2-Encoders, der auch nochmal 100-200€ kosten dürfte. Der Nachteil ist halt, daß die in Schnittprogrammen integrierten MPEG2-Encoder meist nicht so perfekt arbeiten wie die von mir genannten externen Programme. Da musst Du entscheiden, ob Dir das Letzte an Qualität nochmal 100-200€ wert ist.
Eins noch: Du solltest vor dem Kauf von Schnittprogrammen die Testversionen installieren, nachdem Du den HuffYUV-Codec installiert hast. Du mußt nämlich prüfen, ob das jeweilige Schnittprogramm HuffYUV als Input akzeptiert (geht meistens), und ob das Schnittprogramm auch die Ausgabe als HuffYUV unterstützt, und nicht nur die Codecs, die das Programm selber mitbringt. Das soll zwar mit den meisten Schnittprogrammen gehen, aber mir selbst fehlt da die praktische Erfahrung, da ich praktisch keine DVDs mehr herstelle und deshalb auch nicht über HuffYUV downscalen muß. Ich begrenze meine Videos auf ca. 30 Minuten und schreibe dann AVCHD-DVDs, die ich im Moment über einen Blu-Ray Player abspiele. Bald kommt noch ein Mediaplayer dazu, an den man Festplatten dranhängen kann. Meine Cam, siehe oben, kann kein 1080p50, leider, somit kann ich den Workflow hier nicht selbst austesten. Ich kann Dir auch nicht garantieren, daß VirtualDub bereits 1080p50 kann, da müsstest Du mal im Internet auf deren Site den Entwicklungsstand beobachten. Falls nicht, gibst Du ein HuffYUV mit 1080i50 aus, denn DVD-MPEG2-Files sind immer i50, und mit i50 kommt Virtualdub immer klar.
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit VirtualDub vertraut zu machen, denn obwohl Freeware, ist das ein sehr mächtiges Tool mit erstaunlichen Möglichkeiten. Wenn man die richtigen Codecs installiert hat, kann man damit jedes x-beliebige Video in jedes Format wandeln. Die Grenzen liegen eher bei den Formaten selbst, als bei VirtualDub.
Viele Grüße
Horst
Geändert von HorstM (04.10.2010 um 14:57 Uhr).
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