Hallo,
Du vereinfachst da etwas, und Du unterschätzt den technischen Fortschritt. Zuerst: Je mehr Licht, desto besser, stimmt so nicht. Im Gegenteil, manche Camcorder reagieren auf prallen Sonnenschein nicht so gut, denn die Blende kann nicht beliebig klein gemacht werden, und der Chip kann nur eine bestimmte Lichtmenge verarbeiten. Bei zuviel Licht hat man dann ausgebleichte Farben und/oder keine Feinzeichnung an sehr hellen Stellen mehr, weil der Chip an der Aussteuerungsgrenze war. In diesen Fällen kann ein Graufilter die Qualität sogar verbessern.
Es ist so: Du kannst bei einem Camcorder das Licht bis zu einer gewissen Untergrenze reduzieren, ohne dass die Qualität leidet. Erst unterhalb dieser Minimallicht-Grenze wird das Bild schlechter. Und wo diese Grenze liegt, wird mit "Lowlight-Fähigkeit" bezeichnet. Kameras wie die Sony 520 oder 550 Modelle erlauben auch bei schlechtem Licht erstaunlich gute Aufnahmen.
Ein wichtiger Punkt ist auch die richtige Einstellung des Camcorders. Denn der Camcorder weiß zuerst nicht, was er bei Dämmerlicht machen soll, denn es gibt prinzipiell 2 Möglichkeiten: 1) Du willst trotz Dämmerlicht alles gut erkennen, also so, als ob es heller wäre. Dann verstärkt die Kamera das Signal, das Bild ist dann heller als in Natura, aber dann besteht die Gefahr, daß das Bild verrauscht, also grieselig wird. 2) Du willst, daß die Dämmerung originalgetreu, also dunkel aufgezeichnet wird. Dann musst Du diese Lichtverstärkungs-Funktion abschalten oder in ihrer Wirkung begrenzen. Dann hast Du schöne Dämmerungs-Aufnahmen ohne grieseln. Nur, Du siehst dann auf dem Video halt genausowenig oder viel wie in der jeweiligen Situation, in Natura. Es ist also alles nicht so ganz einfach
Viele Grüße
Horst