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PC-Hardware Fragen zu Schnittkarten, Firewire, USB usw.
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Alt 05.11.2011, 17:44
Oenos Oenos ist offline
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Standard Kaufberatung und Vorgehensweise beim Digitalisieren von VHS-Bändern


Hallo,
auch wenn irgendwo in den Tiefen des Forums wohl alle Antworten schlummern, bitte nicht böse sein über mein laienhaftes Fragenpaket. Bin ziemlich fit am PC (Windows 7), habe mich aber noch nicht näher mit dem Thema dieser Anfrage beschäftigt.

Habe ca. 15 VHS-Kassetten mit Aufnahmen von 1989 bis 2000, überwiegend familiäre Angelegenheiten mit den üblichen Filmchen von Geburtstagen, den Kindern, Urlaub usw. aus denen ich jetzt Clips ersellen möchte, die ich über PC und Media-Player abnudeln kann; möchte als keine DVD´s brennen! Aus einer kassette ergäben sich also zahlreiche Clips zwischen vermutlich 1 Minute bis zu 1 Stunde Dauer. Dazu jetzt mein Fragenkatalog bzw. Vorgaben:

- VHS-Recorder Ausgang ist Scart und Eingang in PC über USB 2.0
- Ich möchte jeweils eine Kassette komplett in den PC überspielen, anschließend diesen 3 - 4 stündigen Film in Clips auftrennen, diese betiteln, eventuell den Müll rausschneiden und dann jeden Clip als eigene Datei abspeichern.
Nun zu den Fragen:
- welche Auflösung haben die VHS-Bänder? bzw. in welcher Auflösung soll ich den Film einlesen?
- In welcher Auflösung soll ich die fertigen Clips abspeichern. Macht eine höhere Auflösung, als sie das Rohmaterial hatte, Sinn? Schließlich nimmt die Dateigröße ja rasant zu.
- Welches Format empfehlt ihr mir zum abspeichern? Wichtig wären mir guter Kompromiss zwischen Qualität und Dateigröße, neben PC auch auf gängigen Mediaplayer (Streaming-Client) abspielbar und -soweit das überhaupt absehbar ist- zukunftsfähig; also ein verbreitetes Format (WMV?, divx?, MP4?, ...?)

Was soll ich mir als hard- und software anschaffen (max. ca. 100 €). So wie ich das beim recherchieren rausgefunden habe, lohnt sich ein Grabber mit hardware encoding für diesen Zweck ja nicht, bzw. ist sogar sinnlos.
Bei der software ist es mir wichtiger, wenn sie einfach und stabil läuft, als wenn sie unendlich vieles kann, was ich nicht verstehe und/oder nicht brauche. Schneiden, betiteln, ein paar Blendeffekte, das reicht mir. Und natürlich möchte ich, dass die Bildqualität, die bei VHS ja ohnehin schon bescheiden ist, zumindest erhalten bleibt.

Habe mal so gegoogelt:
Terratec Grabster AV 300?
Magix Retten Sie Ihre Videocassetten?

Wozu würdet ihr mir für meine Zwecke raten? oder eine bessere Alternative.

Danke für Antworten
Edgar
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  #2 (permalink)  
Alt 07.11.2011, 08:35
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HorstM HorstM ist offline
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Standard AW: Kaufberatung und Vorgehensweise beim Digitalisieren von VHS-Bändern


Hallo Edgar,

normalerweise grabbt man PAL-Signale mit 720x576, weil dabei eine Zeile auf dem Videoband später einer Zeile des Videos entspricht. Mehr macht auch keinen Sinn, da VHS nicht einmal die 720 horizontale Auflösung schafft. Vielleicht die Hälfte. Dieses Format hat auch den Vorteil, daß es DVD-kompatibel ist. Abspeichern würde ich entweder mit MPEG2 und 8000k/s, MP4 oder AVCHD.

Von Billig-USB-Grabbern möchte ich abraten. Suche einmal unter Canopus, auch bei Ebay. Das sind technisch solide Grabber, und man bekommt sie auch schon gebraucht.

Ein Tip: Besorge/leihe Dir zum Abspielen einen S-Video-Recorder und grabbe in S-Video, auch wenn Deine Bänder nur normale VHS-Bänder sind. Die Qualität wird wesentlich besser. Zum Hintergrund sage ich erst etwas, wenn danach gefragt wird

Wichtig ist auch, daß die Bänder nach dem Grabben und VOR dem Komprimieren entrauscht werden, weil alle Formate wie MPEG2 usw. mit Rauschen sehr schlecht klarkommen, und dadurch unnötige Artefakte entstehen. Das sieht, je nach Ausgangsmaterial, dann grauenhaft aus. Der Pixelsalat ist nicht auszuhalten, vor allem Kanten sind total ausgefranst und flimmern.

Ich habe früher schon mehr als 100 Videokassetten digitalsiert. Mein Workflow war der: Grabben der Bänder in einem verlustlosen (HuffYUV, Lagarith) oder verlustarmen Format, z.B. DV-AVI. Mit diesen Files bin ich dann in den TMPEGEnc-MPEG2-Encoder gegangen. Dieser hat den Vorteil, daß er eine sehr gute Entrausch-Funktion hat, und man die Schärfe so korrigieren kann, daß keine künstlich aufgesteilten Kanten entstehen, sondern ein schärferer Bildeindruck entsteht. Dieser MPEG2-Encoder erlaubt auch noch andere Korrekturen des Bilds. Dann habe ich mit diesem Encoder in MPEG2 mit max. Bitrate, also 8000k/s ausgegeben, da ich damals noch DVDs produziert habe. Dann waren die digitalisierten Videos so gut, oder sogar besser als die Originalbänder, weil sie vom Rauschen weitgehend befreit waren.

Eine andere Lösung wäre: Ein DVD-Recorder mit eingebautem VHS-Laufwerk. Das ist die schnelle 08/15-Lösung, aber Du kannst weder entrauschen, noch hast Du den S-Video-Vorteil. Das ist nur was für Leute, die 500 Bänder haben und ihr restlichen Leben nicht mit grabben verbringen möchten

Alle anderen simplen Lösungen, bei der das VHS-Signal einfach gegrabbt und sofort in ein Format wie MPEG2 gequetscht werden, liefern schlechtere Qualität, als es das Originalband hat. Das war für mich damals nicht akzeptabel. Aber, wie Du ja siehst: Wenn Du Deine VHS-Bänder ohne Qualitätsverlust digitalisieren willst, bedarf es eines gewissen Aufwands.

Die Formate MPEG2, AVCHD usw. sind auch über Mediaplayer oder Clients abspielbar. Aber, unter uns: VHS ist ein so schlechtes Zuspielsignal, daß sich die Verbesserungen von AVHCD gegenüber MPEG2 bei hohen Datenraten überhaupt nicht bemerkbar machen. AVCHD bringt bei gleicher Datenrate bessere Resultate als MPEG2. Aber nur, wenn auch das Ausgangsmaterial entsprechend gut ist. Das ist bei modernen HD-Cams der Fall, aber nicht bei alten VHS-Bändern.

Noch eine Tip: Spule die Bänder vor dem Grabben ein paarmal vor und zurück. Manchmal klebt das Band am Wickel, wenn die Bänder lange gelagert waren, und dann wird der Bandlauf gestört. Das gilt vor allem, wenn Du auf einem anderen Videorekorder wiedergibst, als aufgenommen wurde.

Viele Grüße
Horst

Geändert von HorstM (07.11.2011 um 08:40 Uhr).
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  #3 (permalink)  
Alt 07.11.2011, 15:48
Oenos Oenos ist offline
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Standard AW: Kaufberatung und Vorgehensweise beim Digitalisieren von VHS-Bändern


Hallo Horst,
zunächst einmal recht herzlichen Dank für deine ausführliche und für mich sehr informative Antwort. Fange mal am Schluss an: der Tipp mit dem vorherigen Vor- und Zurückspulen der Bender war mir schon bekannt. Werde ich in jedem Fall machen.

Wegen des Überspielens habe ich mich auch an anderer Stelle schlau gemacht. Da wurde mir mehrfach der Einsatz eines Analog/Digitalwandler empfohlen, zum Beispiel von Canopus. Habe aber dabei erfahren, dass man stattdessen auch eine Digicam benutzen kann, die über die notwendigen Anschlüsse verfügt, um das Filmmaterial von einem VHS Recorder zu übernehmen. Der Camcorder digitalisiert das analoge Signal und gibt es dann über FireWire als DV-AVI an den PC weiter. Habe mir mittlerweile einen entsprechenden Camcorder sehr preisgünstig als gebraucht Gerät bei eBay ersteigert.

Sollte ich auch in diesem Fall die VHS Bänder auf S-Videorecorder abspielen? Den müsste ich mir dann allerdings erst besorgen.

Ich hatte eigentlich vor, den Schnitt, das Betiteln und das Abspeichern der einzelnen Clips mit dem Movie Maker von Windows 7 zu machen und dann anschließend in WMV abzuspeichern. Damit habe ich in den letzten Jahren etwas Erfahrungen sammeln können, ich habe damit Videos direkt von meiner derzeitigen Digicam und neuerdings von meiner DSLR mit HD-Videofunktion (Super-Qualität!) übernommen. Die jetztige Digicam hat allerdings nicht den benötigten Anschluss, um Videos von einem VHS Recorder zu übernehmen. Daher die oben genannte Anschaffung.
Für meine Bedürfnisse hat der Movie Maker völlig gereicht, aber mit dem Entrauschen, das kann er nicht.

Hättest du eine konkrete Softwareempfehlung für mich? Freeware wäre natürlich toll. Die Software sollte dann sowohl die qualitative Verbesserung (Entrauschen) als auch anschließend Schnitt, betiteln und Abspeichern im gewünschten Format beherschen. Der MM kann leider auch nur als WMV abspeichern.

mfG
Edgar
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  #4 (permalink)  
Alt 10.11.2011, 11:28
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Standard AW: Kaufberatung und Vorgehensweise beim Digitalisieren von VHS-Bändern


Hallo Edgar,
der S-Video-Hintergrund ist der: Auch auf einem VHS-Band ist ein Schwarzweißvideo mit rel. hoher Auflösung gespeichert, und dazu separat der Farbauszug, der eine so niedrige Auflösung hat, daß nur grob koloriert wird. Ein S-Video-Abspieler bringt diese beiden Komponenten getrennt heraus. Ein VHS-Abspieler macht daraus das Composite-Signal, indem S/W und Farbe gemischt werden. Dabei muß zusätzlich nochmals gefiltert werden, damit der Farbauszug das S/W-Bild nicht stört. Das gibt dann an karierten oder gestreiften Anzügen diese wandernden Farbsäume, genannt Cross-color. Bei diesem Mischprozess wird das Signal nochmals verhunzt. Bei S-Video gibt es diese Störungen nicht, da S/W und Farbe konsequent getrennt gehalten werden.

Als Software kenne ich nur zwei, einmal TMPGEnc und Mainconcept, wobei mir das Entrauschen beim T. besser gefällt. Freeware kenne ich da keine. Du musst einmal sehen, ob die aktuelle TMPGEnc-Version auch schneiden und betiteln kann, soviel ich weiss, kann sie das.
Viele Grüße
Horst
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  #5 (permalink)  
Alt 11.11.2011, 21:27
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Standard AW: Kaufberatung und Vorgehensweise beim Digitalisieren von VHS-Bändern


Danke Horst,
mit S-Video meinst du einen S-VHS Rekorder? Die gibts ja günstig gebraucht zu kaufen.

Ansonsten ist alles klar. danke

lG
Edgar
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  #6 (permalink)  
Alt 11.11.2011, 22:35
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Standard AW: Kaufberatung und Vorgehensweise beim Digitalisieren von VHS-Bändern


Hallo Edgar,

stimmt, ich mache es wie alle, ich werfe die Begriffe S-Video und S-VHS total durcheinander Klar, ich meinte einen S-VHS-Recorder.
lg Horst
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