Umstieg von Premiere Pro auf Pinnacle Liquid Edition...
So, wie schon unter dem Thema: "Pinnacle Software" angekündigt hab ich versucht, einen Vergleich zwischen Pinnacle Liquid Edition und Premiere Pro zu machen.
Und muss gleich zu Anfang feststellen, dass ich das gar nicht kann. Ich bin einfach zu „verwachsen“ mit Premiere, AVID und Softimage …. Da fällts schwer objektiv zu bleiben. Man schimpft viel zu schnell über das Programm, aber im Endeffekt war man nur zu dumm oder faul den richtigen Knopf zu finden.
Ich nenne diesen Thread also nicht „Vergleich zwischen LE und Pro“ sondern –
Ein Papa-Premiere hat sich mal LE angeschaut und es sind im Hinblick auf die Funktionalität von Pro eininge Dinge aufgefallen, bzw. einige Dinge unklar (immer mit dem Vordergrund, dass man von Premiere auf LE umsteigt).
0. Während der Installation ist mir schon aufgefallen, dass man sich bei LE während der Installation entscheiden muss, ob NTSC oder PAL. Also is nix mit NTSC wenn mal PAL weingesellt, oder kann man das im Programm umstellen.
1. Mal zu Anfang gleich einen Anschiss an LE: Der hat doch glatt mein Farbmanagment in Windows durcheinander gebracht. Alles ist dunkel, braun oder Gefängniswandgrau. Sorgt nicht gerade für gute Stimmung.
Aber so was ist ja nicht wichtig, dacht ich und öffne mein Office. Das Blatt ist Grün/braun!!! Das geht überhaupt nicht, das kann ich nicht durchgehen lassen. Ich kann diese schlimme Farbe nicht beschreiben, was ist denn da los? Ich musste erst in der Darstellung alles wieder umstellen. Und das jedes Mal wenn ich LE neu hochgefahren hab.
2. Beim Hochfahren gibt’s mal den ersten Stutzer für Pro User. Keine Begrüßung: Hallo was für ein Projekt solls denn heute sein? Eine Einstellung für Video for Windows habe ich auch nicht gefunden. Ich hab nicht herausgefunden, wie man die Grundeinstellungen Bildanzahl, Samplerate und Framegröße einstellt.
3. Die Oberfläche ist gewöhnungsbedürftig. Völlig untypisch fehlt die Menüleiste, aber dafür hats eine Taskleiste, die nun doppelt vorhanden ist. Man kann zwar die Menüleiste in Windows ausblenden. Aber wenn man schon eine zum Ausblenden hat …. Warum muss dann das Programm auch eine haben? Ich habs übrigens nicht geschafft diese Taskleiste auszublenden. Ich glaube, dass dort auch der Fehler liegt, dass LE das Farbmanagement durcheinander schmeisst, weil Windows vielleicht diese Taskleiste erkennt, oder im System eingebunden wird.
Dazu muss man sagen, dass es nicht ratsam ist die Taskleiste von Windows auszublenden, da das interaktive Erscheinen der Task an den Rechnerressourcen nagt. Und andere Tasks erscheinen nicht in der LE Task. Also braucht man die Windows Leiste doch in jedem Fall.
4. Ich habe es nicht geschafft die Oberfläche meinen Bedürfnissen anzupassen. Ich würde gerne die Taskleiste über alle Bildschirme bringen und auf einem Monitor die Source und in einem den Schnitt. Aber ich hab die einzelnen Fenster nicht verschieben können. Ledigloch wenn man ich die Source direkt geöffnet habe, konnte ich verschieben.
5. Die Tastaturbelegung kann man sich mit einem Button aufrufen lassen. Aber die Tastatursteuerung ist recht mager. Was vielleicht daran liegt dass ich nicht herausgefunden hab wie man sich seine eigene Tastaturbelegung „baut“. Mir fehlen aber wichtige Shortcuts wie: Zoom in/out; Clip in die Timeline legen (Insert/Overwrite); Wechseln der Mauswerkzeuge, Keyframes setzen/entfernen, Keyframenavigation über Tastatur.
6. Im Schnittfenster konnte ich keine Anzeige für den Aktions- und Titelsicherheitsrahmen finden. Man kann im Programm zwar zwischen Overscan und Underscan umschalten, aber wo die Schrift sicher ist, kann ich im Schnittfenster nicht sehen.
7. Mein Taskmanager rotiert. LE scheint neben seiner eigenen Applikation 2 bis 3 andere Programme noch auszuführen. Wofür braucht LE zum Beispiel das Programm RM.EXE???
8. Das Echtzeitrendern hab ich auch noch nicht so ganz geblickt. Wenn ich einen clip tranformiere, dann muss LE ebenso rechnen wie alle anderen Programme auch. Es ist nebenbei bemerkt auch langsamer wie Premiere Pro Combustion oder After Effects
(gestestet mit 637 Frames 90° Rotation und 135% Skalierung). Waren aber nur circa 20 Sekunden, was bei nur 20 Sekunden Footage schon bemerkbar ist. Nicht so gravierend wie 9.
9. Das Rendern im Hintergrund geht bei mir nicht so richtig. Wenn ein Rendervorgang beginnt und ich weiterarbeiten möchte, wie z.B. trimmen. Dann stoppt der Rendervorgang. Was ja auch völlig Ok ist. Niemand soll sich überarbeiten. Anstatt aber, wenn ich mit Trimmen fertig bin, an der Stelle weiterzurendern wo er gestoppt hat, fängt er wieder von vorne an…… hmmmm
10. Bei der Keyframeanimation sind mir nur die beiden sinnlosen Keyframes aufgefallen die schon am In und Out gesetzt sind. Doppelte Arbeit wenn man ohne eine Animation nur transformieren möchte. Auch hier könnte ich mir vorstellen, dass das statische Transformieren einfacher zu Handhaben ist.
11. Bei der 3D Funktion war ich doch etwas enttäuscht, da es keine z-Achse gibt, sondern die Effekte nur 3D sind. Das ist bei Premiere natürlich auch nicht, aber Premiere ist ja auch ein reines Schnittprogramm
Ich denke mal in der Software wurde versucht Compositing und Schnitt zu kombinieren, wie es ja auch schon viele Vormacher gibt (Softimage). Aber für eine solche Kombination braucht man für 3D eine Z-Achse, sonst hat man schon gegen simple Compositingprogramme keine Chance.
12. Warum erstellt LE eine INDEX Datei??? LE stürzt ab wenn man die Datei umbenennt oder verschiebt.
13. Mein tolles JogShuttle läuft recht hackelig mit LE. Oft dauern Befehle lang, oder sie werden wenn man aus Ungeduld zweimal drückt (dann geht’s, aber dafür wird er erste Drücker eine Minute Später ausgeführt)
14. LE kennt keine MPEG Dateien (meins zumindest, wird gar nicht angezeigt). In Pro ist das auch ein Drama, aber wenn man will dann geht das durchaus.
Das wars mal vorerst, werde weiter Bericht erstatten. Ich möchte noch einmal drauf hinweisen, dass ich dieses Programm erst seit zwei Stunden kenne, und ich leite mir alles aus Kenntnissen aus anderen Programmen zusammen.
Ich will trotzdem eine persönliche Einschätzung für den Nutzen eines Wechsels von Premiere Pro auf die LE abgeben.
Für Leute die mit Adobe „groß“ geworden sind und eine Menüleiste gewohnt sind, die werden sich bestimmt schwer tun. Wer es dazu noch liebt ohne Maus zu arbeiten (wie z.B. viele Linkshänder) Für den sehe ich eigentlich keine besonderen Vorteile beim Umstieg auf LE.
Ausserdem hab ich das Gefühl, das Pinnacle LE ein recht forsches Programm ist. Es greift in das Windows System ein und besetzt Netzverbindungen. Ich denke mit LE hat man ein Schnittsystem, dass optimal funktioniert, je weniger Software sich auf dem Rechner befindet.
Also, am besten halt einen Rechner nur für den Schnitt mit LE. Ist ja eigentlich auch sinnvoll, dass man auf seinem Schnittrechner nur Schnitt macht. Das muss sich aber jeder User gut überlegen, ob das auch das ist was man machen kann. Jeder Pro User muss sich abgewöhnen einfach mal ein Objekt mit der gedrückten Maustaste von einem Programm ins andere zu setzen. Das wird in LE nicht mehr so gut gehen.
Das Handling ist so gar nicht Pro. Es ist der AVID Technik bei weitem ähnlicher. Das sieht man zum Beipsiel daran, dass beim Ende vom letzten Clip Schluss ist. Ich glaub nur Premiere hat die Ansicht man müsse am Ende der Sequenz noch bis TC 50:00:00:00 scrollen kann, watn Unsinn.
Sollte aber die Tastatur frei belegbar sein – wie das geht wird sicher hier freundlich beantwortet – kann man sich immerhin seine vertrauten Einstellungen vornehmen.
Für Webcutter sehe ich keinen Sinn für LE, weil LE nicht mit MPEGs umgehen kann. Was mich aber verwundert ist, dass LE doch einen DVD Editor drin hat. Da werden doch MPGs erstellt. Trotzdem kanns nicht gelesen werden? Es wird leider gar nicht erkannt im Browser.
Ich hoffe ich bin nicht der einzige der sich durch Cicis Schilderungen neugierig geworden ist und bin schon auf weitere Erfahrungsberichte gespannt.
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Keep the Trick, in the Schnitt ...
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