Voice-over
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Voice-over ist ein Fachbegriff aus der Studiotechnik im Hörfunk für eine Tonspur, die eine andere Tonspur überlagert.
Im Film bezeichnet es den Kommentar, Monolog oder Dialog einer oder mehrerer Figuren oder eines Erzählers, der nicht „in“ der Szene gesprochen, sondern sozusagen „über“ die Szene gelegt wird. – Der fälschlicherweise oft gleichwertig benutzte Begriff Off-Stimme (für Off camera – ‚abseits der Kamera, also nicht mittels der Kamera gezeigt‘) bezeichnet hingegen den Monolog oder Dialog einer oder mehrerer Figuren, die zwar in der gezeigten Szene als Sprecher anwesend, aber in der aktuellen Einstellung nicht im Bild sichtbar ist / sind.
Ein Voice-over kann ein Geschehen auf der Leinwand verdeutlichen, ironisieren oder mit diesem kontrastieren. Dieses Stilmittel findet beispielsweise Verwendung, um die Gedankengänge einer in der Szene abwesenden Person wiederzugeben, oder die nicht ausgesprochenen Gedanken einer anwesenden Person (Innerer Monolog). Auch kann ein Voice-over der Reflexion des Sprechers dienen, wenn etwa eine junge Person im Bild sichtbar ist und die Stimme derselben, aber inzwischen gealterten Figur auf eine Begebenheit aus ihrer Vergangenheit zurückblickt.
In Literaturverfilmungen, die bei der Umsetzung eines Romans in Spielfilmlänge oftmals Handlungsstränge stark kürzen müssen, liefert ein Voice-over z. B. historische Hintergründe oder die Vorgeschichte zu einer Szene, oder eine Charakterbeschreibung oder Kurzbiografie einer neu eingeführten Figur. Das Genre des Film noir, das oft die Ausweglosigkeit einer Situation oder eines Protagonisten thematisierte, nutzte ein Voice-over, um bereits zu Beginn des Films den fatalen Ausgang der Geschichte vorwegzunehmen.
Ein Voice-over kann auch, obwohl ursprünglich im Drehbuch nicht vorgesehen, nach Fertigstellung des Films Verwendung finden, weil etwa der Regisseur oder das Produktionsstudio der Meinung ist, somit Unklarheiten im Handlungsverlauf erklären zu können (Beispiel die erste Verleihfassung von Blade Runner).
Im Dokumentarfilm ist ein Voice-over in Form eines Kommentars ein gängiges Stilmittel. Manche Spielfilme nutzen Voice-over, um diesen einen pseudodokumentarischen Effekt zu verleihen, wie die Filme von Peter Watkins (The War Game, Punishment Park) oder It Happened Here von Kevin Brownlow und Andrew Mollo.
Eingesetzt wird Voice-over auch in der Synchronisation. Die Übersetzungen werden über einen Originalton gelegt, wobei letzterer im Hintergrund leise hörbar bleibt.
[Bearbeiten] Literatur
- James Monaco: Film verstehen. Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Neuen Medien. Aus dem Englischen von Brigitte Westermeier. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag 2009, ISBN 978-3-499-62538-1.
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