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Tutorial "Tipps für ein perfektes Video" von PIET-Video

Tipps für ein perfektes Video

Kontrolle vor dem Dreh:

Überprüfung der Geräte: Camcorder, Akkus, Ladegeräte, Akkuleuchte, Stativ, Filter, Vorsatzlinsen,Videokassetten. Keine bespielten Kassetten mitnehmen Entweder neue, oder die alten vorher löschen.Wichtig: um später perfekt schneiden zu können, muß jede Kassette vorsynchronisiert sein. Dazu die Kassette im Camcorder bei geschlossenem Objektivdeckel einmal im Aufnahmemodus durchlaufen lassen.

Weißabgleich:

Wenn der Weißabgleich auf manuell gestellt ist, Kamera auf ein weißes Blatt Papier richten. Der Weißabgleich muß immer dann neu erfolgen, wenn sich die Lichtverhältnisse ändern (Sonne / Schatten, Glühlampe, Neonlicht). Falscher Weißabgleich führt zu Farbverfälschungen (Blau- oder Rotstich). Manueller Weißabgleich ist genauer!

Kamerahaltung:

Größere Kameras liegen besser auf. Die Kamera sollte auf der Schulter aufliegen. Entweder Schulterkamera oder bei kleinerer Kamera Schulterstütze (Schulterstativ) verwenden. Bei Teleaufnahmen ist ein Stativ unerläßlich. Falls keines vorhanden, Kamera auflegen (Baumstumpf, Mauer), oder sich selbst bei der Aufnahme anlehnen. Breite Beinstellung für ruhigere Kameraführung.

Filmbeginn:

Jede Kassette benötigt einen Vorspann von 20 Sekunden (weiß oder schwarz). Wichtig für die Nachbearbeitung.

Szenenfolge:

Einführung in das Geschehen mit einer "Totalen". Weitere Aufnahmen führen dann näher an das Geschehen heran. Die Einstellungen: Totale, Halbtotale, Halbnah, Nah, Groß, ganz groß (Detail).

Perspektiven:

Wechseln Sie die Perspektiven (Standorte). Das bringt Bewegung in Ihren Film. Vogelperspektive – von oben, Augenperspektive – Kamera auf Augenhöhe, Knieperspektive (speziell für Kinderaufnahmen!), Froschperspektive – Kamera auf den Boden legen.

Szenenlänge:

Eine Szene sollte ca. 5 – 8 Sekunden dauern. Dabei muß die Verzögerung der Kamera beim Ein- und Ausschalten berücksichtigt werden. Die Kamera erst vom Auge nehmen, wenn die Kassette nicht mehr läuft, sonst entstehen "Wischer " am Ende jeder Szene. Bei Szenen mit wichtigem Ton diese immer erst am Ende eines Satzes oder eines Musikstückes beenden.

Sprünge:

"Sprünge" sind sehr häufige Fehler in der Filmgestaltung. Sie treten auf, wenn mehrmals hintereinander vom selben Kamerastandort gefilmt wird. Die Personen springen dann von einem Punkt zum anderen. Abhilfe: nach jeder Aufnahme den Kamerastandpunkt wechseln oder den Bildausschnitt verändern.

Schwenken:

Selten schwenken! Das Motiv soll die Bewegung erzeugen, nicht der Schwenk. Ausnahmen sind die Verfolgung eines bewegten Motivs (Auto, Schifahrer...), oder die Aufnahme eines großen Bauwerks, um dieses komplett auf das Video zu bekommen. Vor und nach jedem Schwenk sollte die Kamera 1 - 2 Sekunden unbewegt aufnehmen. Schwenks nur im Weitwinkel – nicht im Telebereich - durchführen. Der Schwenk sollte bewußt langsam durchgeführt werden. Immer nur in eine Richtung schwenken und niemals zurück!

Zoomen:

Alles, was für das Schwenken gilt, gilt auch für das Zoomen. Selten und langsam. Das Zoom sollte den Bildausschnitt bei Aufnahmepause festlegen und keine Kamerabewegung vortäuschen. Wenn gezoomt wird, vorher im Telebereich Schärfe einstellen. Niemals vor- und zurückzoomen! Zoomgeschwindigkeit dem Motiv
anpassen.

Zwischenschnitte:

Bereits bei der Aufnahme für Zwischenschnitte sorgen. Sie sind wichtig für die spätere Nachbearbeitung. Detailaufnahmen (Zuschauer, Großaufnahmen bei Bauwerken...)

Motivwahl:

Ein "geschultes" Auge ist erforderlich. Kleinigkeiten sehen. Ein "anderes" Sehen muß erlernt werden. Einbeziehung von Vorder- Mittel- und Hintergrund. "Komponieren" eines Motivs (Bildteilung 1:2). Eher mit Detailaufnahmen arbeiten. Das menschliche Auge kann wesentlich mehr auf einmal wahrnehmen als die Kamera. Totale nur sparsam einsetzen.

Nachbearbeitung:

Jeder Film gehört nachbearbeitet. Das ist zwar zeitaufwendig aber unbedingt erforderlich. Unscharfe, verwackelte oder zu lange Szenen haben in einem guten Video nichts verloren. Trennen Sie sich davon, auch wenn "Tante Mia" noch so nett in die Kamera winkt. Seien Sie sparsam mit technischen Tricks. Ihre Freunde
wollen nicht wissen, was Ihr Nachbearbeitungsprogramm XY alles kann, sondern Ihr Video sehen. Zu jedem Film gehört ein Titel, dann beginnt man mit einer Aufblendung und endet mit einer Abblendung. Gute, entsprechende Musik im Hintergrund ist auch von Vorteil. Aber die Musik sollte nie vom Bild ablenken,
sondern es nur ergänzen. Ebenso ein Kommentar, der nur sparsam eingesetzt werden sollte. Schreiben Sie die Texte Ihres Kommentars vorerst auf und sprechen ihn dann als eigene Audiodatei auf den PC. Dadurch können Sie Text- oder Sprechfehler vor Einbindung in das Video noch überprüfen und notfalls korrigieren.

Egal für welche Software Sie sich entscheiden, einige Voraussetzungen sind ebenfalls zu beachten. Optimal wäre ein eigener PC nur für die Videobearbeitung. Da Sie ja auch nicht mit einem Traktor in den Urlaub fahren, sollte der Video-PC außer den zur Bearbeitung erforderlichen Programmen keine weiteren installiert haben. Unabhängig von der Ausstattung des PCs ist jedenfalls davon abzuraten, bei einem für die Videobearbeitung vorgesehenen PC ein Antivirenprogramm und einen Internetzugang zu installieren. Beides kann die Software empfindlich verlangsamen oder schlimmstenfalls sogar zum Absturz bringen.

Allgemeines zum Schluß:

Machen Sie sich vor dem Drehen eventuell mit der Bedienungsanleitung nochmals kurz mit der Handhabung des Camcorders vertraut.

Drehen Sie keine Monsterfilme. Kein Mensch sieht sich einen 3 Stunden dauernden Marathonfilm an.Denken Sie an Dokumentationen im Fernsehen. Diese dauern höchstens 45 Minuten. Eventuell teilen SieIhren Film auf mehrere Kurzfilme auf. Wenn Sie beabsichtigen, die Aufnahmen daheim zu bearbeiten oder es von jemandem anderen machen zu lassen, drehen Sie viel Rohmaterial. Wenn nicht, denken Sie an das Sprichwort: "in der Kürze liegt die Würze". Es wirkt absolut unprofessionell, wenn man bei der Vorführung Teile des Videos im Suchlauf durchlaufen läßt!

Oberste Grundregel sollte eine ruhige Kameraführung mit detailreichen Aufnahmen sein. Vielleicht können Sie sich vorab ein kurzes Drehbuch erstellen. Oder Sie legen sich nur auf eine kleine Episode fest. Ein kurzer Film über einen Badetag, eine Geburtstagsfeier oder einen Städtebesuch ist oft zielführender als
ein "kompletter" Urlaubsfilm von 90 Minuten. Verpacken Sie "Ihre" Geschichte in ein nettes Umfeld mit Einleitung, Hauptteil und Schluß. Und denken Sie daran: "versaute" Aufnahmen kann auch eine Nachbearbeitung (mit Ausnahme einer Farbkorrektur) nicht retten.

Der Erfolg in Ihrem Freundeskreis wird sich schnell herum sprechen, und Sie werden bald als gefeierter Regisseur im Mittelpunkt stehen.